In dieser Tabelle können Sie die Kurzmeldungen (sortiert nach Erscheinungsdatum) nach Stichworten anwählen
02.04: Eine italienische Arbeitsgruppe um Brahe hat Untersuchungen mit Natriumbutyrat an zehn Kindern mit SMA Typ II durchgeführt. Sie fanden eine leichte Verbesserung ohne nennenswerte Nebeneffekte.
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26.01.2004
01.04: Bei einem sechsjährigen SMA I-Mädchen, das auf Grund mechanischer Beatmung so lange überleben konnte, wurden leichte Veränderungen im Gehirn festgestellt.
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26.01.2004
11.03: Riluzol, ein Medikament das normalerweise bei Amyotropher Lateralsklerose verabreicht wird, zeigt bei sehr kleinen SMA-Kindern keine Nebenwirkung, sondern verlangsamt möglicherweise das Fortschreiten der Erkrankung.
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26.01.2004
11.03: Valproinsäure erhöht die Menge des SMN-Proteins in Fibroblastenzelllinien von SMA I-Patienten.
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26.01.2004
10.03: Für Menschen mit Muskelerkrankungen besteht beim Fasten eine erhöhte Gefahr der Unterzuckerung (Hypoglykämie). Dies ist im besonderen bei Operationsvorbereitungen oder fiebrigen Erkrankungen zu beachten.
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26.01.2004
10.03 Riluzol, ein Medikament das normalerweise bei Amyotropher Lateralsklerose verwendet wird, verlangsamt im Mausmodell ein Fortschreiten der SMA.
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26.01.2004
10.03: Die Menge des SMN-Proteins steigt in Fibroblasten von SMA-Patienten, die mit Valproinsäure behandelt wurden, um das 2-4-fache an.
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26.01.2004
08.03 Eine italienische Arbeitsgruppe fand bei 120 SMA-Patienten nach einer Gabapentin-Behandlung nach sechs beziehungsweise zwölf Monaten einen leichten Kraftzuwachs.
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Nachdem Natriumbutyrat als Substanz gefunden wurde, die im Zellmodell die Produktion die Herstellung des SMN-Proteins erhöht, wurde nun ein weiterer Wirkstoff, Aclarubicin*, gefunden, der dazu führt, daß mehr SMN-Protein gebildet wird.
*Aclarubicin
gehört zur Gruppe der zytostatisch wirksamen Antibiotika und wird
üblicherweise zur Behandlung von Krebserkrankungen verwendet. Antibiotika
sind eigentlich Substanzen, die bei Infektionen zur Bekämpfung der
Bakterien eingesetzt werden. Die zytostatisch wirksamen Antibiotika unterscheiden
sich jedoch deutlich in ihrer Wirkung. Sie führen zu einer Schädigung
der Erbinformation (DNA) der Zellen, indem Sie die körpereigenen Reparaturmechanismen
für Schädigungen im Erbgut verhindern und zu einer Schädigung
der Zellwand führen, was zu einem Absterben der Zellen führt.
Da sich Krebszellen schneller als normale Zelle teilen, sind sie
empfindlicher
gegenüber Schädigungen der Erbinformation und somit gegenüber
zytostatisch wirkender Antibiotika.
(Da dieses Medikament offensichtlich enorme Nebenwirkung besitzt, raten wir - genauso wie bei Natriumbutyrat - von Selbstversuchen oder ähnlichem dringend ab!!!)
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(Nach Natriumbutyrat
und Aclarubicin nun also die dritte Substanz, die das SMN 2-Gen beeinflußt.
Natriumvanadat ist
giftig! Es betrifft Lunge, Nieren, Immunsystem, Herzkreislauf- und Nervensystem.)
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Eine Arbeitsgruppe
aus Deutschland hat die kognitiven Funktionen von Kindern mit spinaler
Muskelatrophie untersucht. In früheren Arbeiten anderer Arbeitsgruppen
wurde festgestellt, daß der Intelligenzquotient von Kindern mit spinaler
Muskelatrophie überdurchschnittlich hoch sein soll. Die Arbeit sollte
zeigen, daß dies nicht der Fall ist, sondern das die Intelligenz
normal hoch ist. Die Untersuchungen wurden mit verschiedenen Tests durchgeführt.
Untersucht wurden 96 Betroffene zwischen 6 und 18 Jahren mit SMA Typ I
bis III, 45 nicht betroffene Geschwister sowie 59 nicht betroffene Kinder
im gleichen Alter. Der durchschnittliche Intelligenzquotient lag bei 109,6
für die SMA-Gruppe, 107,3 für die Geschwister und 104,1 für
die Kontrollgruppe. Bei älteren Kindern war der durchschnittliche
IQ deutlich höher für die SMA-Gruppe (109,6) als für die
Kontrollgruppe (95,4). In anderen Tests waren beide Gruppen relativ identisch
(103,8). Auffallend war jedoch, daß ältere Kinder und Heranwachsende
einen deutlich erhöhten IQ im sprachlichen Ausdruck (113,8) gegenüber
der Kontrollgruppe (104,6) aufwiesen. Innerhalb der SMA-Typen I-III konnten
keine Unterschiede festgestellt werden. Aus den Ergebnissen kann geschlossen
werden, daß Kinder und Heranwachsende mit spinaler Muskelatrophie
insgesamt über eine normale Intelligenz verfügen.
Bei Heranwachsenden
sind die durch die Umwelt beeinflußten Aspekte der Intelligenz bei
Menschen mit spinaler Muskelatrophie erhöht. Es könnte spekuliert
werden, daß die Entwicklung von kognitiven Fähigkeiten und Wissen
ein kreativer Weg ist, um die vielen behinderungsbedingten Einschränkungen
zu kompensieren.
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Frauen mit spinaler Muskelatrophie, die bereits in früher Kindheit begonnen hat, entscheiden sich selten eigene Kinder zu bekommen, vor allem, wenn bereits gravierende Probleme mit der Atmung aufgetreten sind. Eine Arbeitsgruppe aus Aachen hat die Schwanger- und Mutterschaft einer 34jährigen Frau mit spinaler Muskelatrophie Typ II beobachtet, die einen gesunden Jungen zur Welt brachte. Die Schwangerschaft war völlig unauffällig, außer daß sich die junge Mutter ein bis zwei Wochen nach der Geburt durch einen Kaiserschnitt, extrem schwach fühlte. Einige Wochen nach der Entbindung waren alle motorischen Funktionen wieder auf einem Stand wie vor der Schwangerschaft. Die Lungenfunktion blieb während und nach der Schwangerschaft stabil.
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Untersuchungen am California Pacific Medical Center in San Francisco haben gezeigt, daß Gabapentin, dem in präklinischen Untersuchungen ein neuroprotektiver Effekt zugesprochen wurde, bei 48 SMA Typ II oder Typ III Patienten bei einer Behandlungsdauer von zwölf Monaten keinerlei Verbesserung bezüglich eines Kraftzuwachses zeigen konnte.
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Nach Präimplantationsdiagnostik
wurden sechs nicht betroffene Kinder geboren, ein Einzelkind, einmal Zwillinge
und einmal Drillinge.
5 Paare hatten sich
dieser Methode unterzogen.
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Eine Arbeitsgruppe
aus Österreich hat festgestellt, daß spezifisches
Training der Atemmuskulatur bei neuromuskulären
Erkrankungen (Muskeldystrophie Duchenne und spinale Muskelatrophie) in
einem Zeitraum von zwei Jahren zur Verbesserung der Atmung führen
kann.
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Das SMN-Protein scheint neben seiner Aufgabe als "Überlebensfaktor" in motorischen Neuronen auch eine Rolle beim Auf- und Abbau von Knochen zu spielen. Dies erklärt möglicherweise auch das gehäufte Auftreten von angeborenen Knochenbrüchen bei einigen Fällen von SMA I.
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Eine Arbeitsgruppe aus Taiwan berichtet, daß Natriumbutyrat in Blutzellen, die von SMA-Patienten entnommen wurden, das Spleißmuster von Exon 7 des SMN 2 Gens so verändert, daß die Menge des SMN Proteins, das Exon 7 enthält, deutlich erhöht ist.
Die Behandlung von
genetisch veränderten Mäusen, die das menschliche Gen für
SMA tragen, führte zu einer verstärkten Expression des SMN-Proteins
in motorischen Neuronen im Rückenmark und zeigte eine deutliche Verbesserung
der klinischen Symptome.
Orale Verabreichung
von Natriumbutyrat an schwangere Mäuse führte zu einer milderen
Ausprägung der Erkrankung der neugeborenen Mäuse und einer höheren
Lebenserwartung.
Diese Ergebnisse lassen vermuten, daß Natriumbutyrat möglicherweise ein geeignetes Medikament für die Behandlung einer SMA sein könnte.
Siehe auch: Nachricht vom 02.09.2001
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Die SMA mit respiratorischer Beteiligung (eine atypische SMA-Form) wird von einem Gen für das immunoglobulin &mgr;-binding protein 2, (IGHMBP2) auf Chromosom11q13.2-q13.4 verursacht, besitzt also eine völlig andere Ursache, als die bislang bekannte SMA auf Chromosom 5.
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Eine Arbeitsgruppe aus Taiwan hat im Zellmodell und Mäuseversuchen erstaunlich positive Ergebnisse bei der Verabreichung von Natriumbutyrat gefunden.
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Eine indische Arbeitsgruppe hat herausgefunden, daß eine homozygote Deletion im SMN 2-Gen genauso zu einer spinalen Muskelatrophie führt, wie eine Deletion des SMN 1-Gens, die ja bislang als übliche Ursache für eine spinale Muskelatrophie gesehen wurde.
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Wissenschaftler an der University of Pennsylvania School of Medicine haben Beweise gefunden, die vermuten lassen, daß der Schweregrad der spinalen Muskelatrophie durch Folsäure und Vitamin B 12 abgeschwächt werden kann.
Bis jetzt wurden
die Unterschiede der Ausprägung der SMA-Symptome auf genetische Modifizierungen
zurückgeführt,
doch die aktuelle Studie zeigt eine Möglichkeit auf, daß die
Erkrankung mit ihrem ursächlichen genetischen Defekt im SMN Protein,
zumindest zu einem gewissen Ausmaß, durch Ernährungsfaktoren
beeinflußt wird. So könnte ein Mangel an Folsäure oder
B Vitaminen zu einer verringerten "Methylierung" (ein biochemischer Prozess)
von genau den Proteinen führen, die SMN benötigt, um richtig
funktionieren zu können.
"Wir können sehr vorsichtig sagen, daß unsere Arbeit Anlaß zur Hoffnung gibt, daß Folsäure und Vitamin B 12 hilfreich sein könnten (wenn auch in geringem Maße), die Schwere der Erkrankung zumindest für einige Patienten zu verringern oder zumindest sicherstellen, daß ihr Zustand nicht schlimmer ist, als die genetische Bestimmung," so Dreyfuss.
Er warnte davor, Folsäure und B Vitamine als eine Therapie für die Erkrankung zu sehen, denn die Ergebnisse seines Teams beruhen auf biochemischen Laboruntersuchungen, die allerdings für Tier-und/oder Menschenversuche den Weg weisen, die durchgeführt werden müssen, bevor sich irgendwelche klinischen oder therapeutischen Auswirkungen abzeichnen.
Quelle: Family of SMA
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Bei der spinalen Muskelatrophie ist auch die Atmungsmuskulatur betroffen, dies führt gemeinsam mit einer fortschreitenden Skoliose zu Atmungsproblemen. Kinder mit einer sich entwickelnden Skoliose bekommen üblicherweise ein Korsett, um ein Fortschreiten der Skoliose zu verzögern. Untersuchungen einer norwegischen Arbeitsgruppe haben jedoch gezeigt, daß ein Korsett bei sehr kleinen Kindern mit spinaler Muskelatrophie die Atmung sehr stark einschränken kann. Dies muß bei der Versorgung der Kinder beachtet werden.
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Mäuse haben
bekanntlicherweise nur ein SMN Gen. Mäuse sind aber auch nicht besonders
eng mit dem Menschen verwandt. Vor 5 Millionen Jahren entstand bei den
gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Schimpanse eine Verdoppelung des Gens.
Aber nur beim Menschen hat sich das verdoppelte Gen so verändert,
daß ein nur teilweise funktionsfähiges
Protein (SMN 2) entsteht.
Schimpansen, unsere
nächsten Verwandten, können keine SMA entwickeln.
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Homozygote Mutation des SMN 1-Gens führt zu spinaler Muskelatrophie (SMA). SMN 2 verliert Exon 7 durch Spleißen und kann den Mangel an SMN 1 nicht ausgleichen, so daß SMA-Zellen eine reduzierte SMN-Protein-Menge besitzen und weniger Gems. Bei der Untersuchung der Rolle von Exon 7 bei der Lokalisation von SMN wurde festgestellt, daß die Exon 7-Domäne die Aggregation von SMN verstärkt, jedoch für die Bildung von Gems keine Bedeutung hat.
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Eine italienische Arbeitsgruppe hat einen Test entwickelt, der Überträger der SMA annähernd 100%ig identifizieren soll.
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In USA wird eine Orthese getestet, die das Gewicht des Armes aufheben soll und somit eine Bewegung in allen drei Dimensionen ermöglicht.
Quelle: http://www.vard.org/jour/00/37/6/rahma376.htm
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Überexpression von SMN 1 schützt Zellen nicht vor dem apoptotischen Tod durch Vergiftung mit Glutamat oder Entzug von Wachstumsfaktoren.
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Das SMN-Protein interagiert mit einem Zinkfingerprotein namens ZPR 1. Zinkfingerproteine sind Proteine, die an DNA binden. Diese Proteine werden auch in Strukturen wie den "Gems" gefunden. ZPR 1 scheint mit dafür verantwortlich zu sein, daß das SMN Protein an die richtige Stelle in der Zelle kommt.
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=PubMed&list_uids=11283611&dopt=Books
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Bei Untersuchungen von Eltern von SMA-Kindern, die ja Überträger der Krankheit sind (also üblicherweise ein Chromosom mit einem intakten SMN 1-Gen und ein Chromosom mit einem defekten oder fehlenden SMN 1-Gen besitzen), wurden vier Prozent gefunden, die eine normale SMN 1-Menge besitzen. Dies bedeutet entweder, daß ein Elternteil auf einem Chromosom zwei Kopien des SMN 1-Gens besitzt und auf dem anderen keine oder - und das ist das interessante - daß die Erkrankung des Kindes durch eine spontane Mutation entstanden ist (dies würde bedeuten, daß die Eltern im eigentlichen Sinne gar keine Überträger sind und deshalb auch kein Risiko für weitere Kinder besteht).
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Eine englische Arbeitsgruppe hat innerhalb von 13 Jahren 101 Patienten mit einer Skoliose als Folge einer Muskelerkrankung operativ behandelt. 64 hatten Duchenne Muskeldystrophie, 33 spinale Muskelatrophie und vier eine andere Erkrankung. Die Verkrümmung der Wirbelsäulen lag zwischen 10 und 150 Grad, es wurde eine durchschnittliche Korrektur von 52% erreicht. 96% der Patienten konnten nach der Operation ohne Korsett sitzen,89,6 Prozent waren mit dem Ergebnis der Operation zufrieden.
Starke Verkrümmungen konnten weniger gut korrigiert werden, es zeigte sich, daß eine Fixierung des Sacrum vorteilhaft ist.
Obwohl die Häufigkeit leichter oder vorübergehender Komplikationen hoch war, traten diese in der Mehrzahl bei Risikopatienten mit starker Verkrümmung auf.
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Mäuse, die das menschliche SMN-Gen mit einem Verlust des Exon 7 nur im Muskel haben, entwickeln eine schwere Muskeldystrophie. Dies ist ein Hinweis darauf, daß die Krankheitsursache für eine spinale Muskelatrophie nicht nur im Rückenmark sondern auch im Muskel selbst vorliegt.
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Spinale Muskelatrophie
(SMA) ist eine neuromuskuläre Erkrankung, die durch die
Degeneration der motorischen Nervenzellen (Motoneurone) im Rückenmark
gekennzeichnet ist. Die Krankheit wird durch Veränderungen eines Gens
verursacht, das „Überleben des Motoneurons 1-Gen“ (survival
of motor neuron 1 gene (SMN1)) heißt, diese Veränderung
führt zu einer verringerten Produktion des funktionellen Smn-Proteins.
Eine ,wichtige Frage, die bis jetzt unbeantwortet ist, lautet, warum
verringerte Mengen des SMN-Proteins (das in allen Zellen vorkommt)
nur zum Absterben der Motoneuronen führt, andere Körperzellen
aber unbeeinflusst läßt. Um diese Frage zu klären, haben
wir ein Protein untersucht, das mit SMN zusammenwirkt (SMN interagierendes
Protein 1 (Sip1)), und haben seine Produktion während der Entwicklung
und die subzelluläre Verteilung in den spinalen Motoneuronen mit Smn
verglichen. Durch konfocale Immunofluoreszenz-Studien konnten wir zeigen,
daß eine große Menge von Smn nicht mit Sip1 in den Neuriten
der Motoneuronen auftritt, was bedeutet, daß Smn Motoneuron-spezifische
Funktionen ausführen kann, die nicht von Sip1 abhängig sind.
Sip1 wird in hohem Maße im Rückenmark während der
frühen Entwicklung produziert und die Produktion verringert
sich parallel zu Smn während der postnatalen Entwicklung.
Bemerkenswerterweise
stimmt eine verringerte Produktion von Smn, wie sie in einer Zellinie
aus einem SMA-Patienten oder in einem Maus-Modell für SMA beobachtet
wurde, mit einer gleichzeitigen Verringerung von Sip1 überein.
Die Beobachtung, daß die Produktion von Sip1 und von Smn gemeinsam
reguliert wird, zusammen mit der eindeutigen Lokalisation von Smn in den
Neuriten kann helfen die Motoneuronen-spezifischen
Defekte zu verstehen, die bei SMA-Patienten
beobachtet werden.
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Neuronale Stammzellen spielen möglicherweise eine Rolle bei der spinalen Muskelatrophie
Der Originalartikel von Douglas Kerr erschien auf der Homepage der " Family of SMA", dem amerikanischen Gegenstück unserer Seite. Dr. Kerr ist Assistant Professor am Johns Hopkins Hospital in Baltimore, USA.
Viele unter uns haben von Stammzellen als mögliche Therapie für spinale Muskelatrophie gehört. Während diese Zellen für die Zukunft eine Behandlung vieler neurologischer Erkrankungen versprechen, entwickelt sich erst unser Verständnis über ihren möglichen Nutzen. Im Moment wissen wir noch nicht, wie effektiv sie in der Behandlung der spinalen Muskelatrophie sein können. Wir untersuchen dies aber so schnell wir können, und ich bin überzeugt, daß wir auf diesem Wege in Zukunft eine Behandlung der SMA finden werden.
Also: was ist eigentlich eine Stammzelle? Kurz gesagt, es ist eine Zelle, die die Fähigkeit besitzt zu wachsen und sich in "Tochterzellen" zu teilen, die sich unter den entsprechenden Bedingungen zu verschiedenen Zelltypen entwickeln können. Diese Zellen existieren natürlicherweise in den meisten, wenn nicht sogar in allen Geweben. Von vielen Organen, wie z. B. der Leber und dem Blut, weiß man schon lange um diese Stammzellen; sie sind deshalb in der Lage bis zu einem bestimmten Grad nach einer Verletzung das Organ zu regenerieren.
Am besten ist dies am Beispiel des Knochenmarks verstanden. Ein Kind mit Leukämie bekommt Stammzellen aus seinem eigenen Knochenmark. Zellen aus dem Knochenmark werden außerhalb des Körpers kultiviert. Das Kind wird bestrahlt, wodurch alle Blutzellen im Blut und im Knochenmark (sowohl Tumorzellen als auch gesunde Zellen) abgetötet werden. Dies würde natürlich zum Tod des Kindes führen, wenn nun nicht die zuvor gezüchteten Stammzellen in den Körper zurückgebracht werden würden. Diese Zellen erkennen nun, daß sämtliche Blutzellen fehlen und beginnen " Tochterzellen" zu produzieren, die die fehlenden Zellen ersetzen.
Bereits vor einiger Zeit wurde entdeckt, daß das menschliche Gehirn und Rückenmark neuronale Stammzellen enthält, die die Fähigkeit haben, die meisten der vorkommenden Zelltypen (Neurone, Astrozyten und "Oligodendrozyten") zu ersetzen. Obwohl diese sehr viel einfacher in Embryonen und Kleinkindern gefunden werden, gibt es sie auch in Erwachsenen. Warum sie das Gehirn zum Beispiel nach einem Schlaganfall nicht "einfach reparieren", ist nicht bekannt. Im Moment stellt man sich vor, daß diese Zellen so verändert werden können, daß sie geschädigte Neuronen in vielen neurodegenerativen Erkrankungen regenerieren können. Wir und andere untersuchen auch, ob vielleicht auch Zellen aus dem Knochenmark in manchen Fällen in der Lage sind als neuronale Stammzellen zu dienen. Dies wäre eine sehr aufregende Entdeckung, denn dann könnten Patienten oder Angehörige ohne Probleme als Spender dienen. Wir wissen jetzt aber noch nicht, ob Zellen aus dem Knochenmark die ideale Quelle für Stammzellen sind!
In vielen Fällen wissen wir heute wie man neuronale Stammzellen in Kultur unendlich wachsen lassen kann. D. h. wir müssen nicht weiterhin embryonales Gewebe verwenden. Mit bestimmten Wachstumsfaktoren und unter bestimmten Kulturbedingungen können wir die Stammzellen in einem nicht differenzierten Stadium wachsen lassen.
Es gibt zwei mögliche
Strategien wie neuronale Stammzellen Patienten mit der SMA helfen können.
Erstens können Stammzellen an Patienten verabreicht werden die zwar
eine genetische Diagnose aber noch keine Symptome zeigen. Die Stammzellen
würden hoffentlich wichtige Moleküle liefern um ein Sterben der
Neuronen zu verhindern.....
Die zweite Strategie
ist es, Stammzellen zu verwenden, um die Neuronen zu ersetzen, die bereits
abgestorben sind. Wir wissen heute, daß neuronale Stammzellen in
Gebiete einwandern, wo eine neuronale Verletzung stattgefunden hat, und
daß sie in der Lage sind dort zu den entsprechenden Zelltypen (z.
B. Neuronen) zu differenzieren.
Vorläufige Ergebnisse zeigen, daß durch Stammzellen ein gewisser Funktionsgewinn in gelähmten Tieren erzielt werden kann (aber ich betone, dies ist noch vorläufig). Es wäre möglich, daß wir diese Neuronen überreden könnten sich in Motorneurone zu verwandeln und dann ihre Ausläufer zu den Muskeln zu senden (und dort hoffentlich die Muskelkraft verbessern).
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Htra2-beta1, beeinflusst die Expression des SMN 2-Gens, so dass mehr Protein hergestellt wird. Deshalb wurde untersucht, ob Mutationen im Htra2-beta1-Gen Ursache für die unterschiedlichen Verlaufsformen der SMA sind. Weder Mutationen noch sonstige Veränderungen wurden gefunden.
SMN, das Protein,
dessen Verlust zum Krankheitsbild einer SMA führt, bildet gemeinsam
mit anderen Proteinen große Komplexe.
Eines dieser Proteine
ist die RNA-Helicase A, welche wiederum die RNA-Polymerase II bindet, die
für die Transkription sehr vieler Gene verantwortlich ist. SMN
hat offenbar eine wichtige Rolle bei der Transkription
vieler anderer Gene.
Im Promoter (dem Steuerungselement) des SMN 1- und SMN 2-Gens gibt es Bereiche, die andere Proteine binden können, so dass die Produktion von SMN verstärkt werden kann. Die Pariser Arbeitsgruppe hat herausgefunden, dass Interferone (Stoffe, die ursprünglich zur Krebs-Behandlung verwendet wurden) diese Protein-Produktion regulieren.
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Durch Apoptose oder "programmierten Zelltod" kann der Körper auf physiologischem Wege Zellen abbauen, die er nicht mehr benötigt. Dies ist ein ganz natürlicher Vorgang bei der Entwicklung von Organen oder auch bei der Zerstörung gefährlicher Zellen, z. B. bei Krebs. Wird dieser Vorgang der Apoptose verändert, kann dies zu verschiedenen Erkrankungen führen, wie Krebs und Autoimmunerkrankungen, wenn die Apoptose verhindert wird oder degenerative Erkrankungen, wenn die Apoptose zu stark verläuft.
Bei der Apoptose
spielen verschiedene Enzyme eine wichtige Rolle z. B. Cysteinproteasen
(sogenannte Caspasen) und eine Familie von Proteinen, deren bekanntestes
Bcl-2 heißt. Die Mitglieder dieser Protein-Familie können die
Apoptose hemmen oder auch verstärken. Sie scheinen eine wichtige Rolle
beim
Zelltod der Vorderhornzellen
bei der spinalen Muskelatrophie zu spielen.
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Wang und Dreyfuss
veröffentlichen in: J Biol Chem 2000 Dec 19 ein genetisches
System in Hühnerzellen, in denen das endogene SMN Gen durch homologe
Rekombination durch eine SMN cDNA unter der Kontrolle eines Tetracyclin-abhängigen
Promoter ersetzt wurde. Dieses Konstrukt ist in der Lage SMN Protein zu
exprimieren. Hinzufügen von Tetracyclin führt zum Abbruch der
SMN Produktion und damit zum Zelltod. Dies zeigt, daß SMN für
das Überleben der Zelle erforderlich ist. Die Zelle kann durch die
Expression von humanem SMN gerettet werden, dies zeigt, daß SMN stark
konserviert ist. Zellen, die nur eine geringe Menge an SMN produzieren,
zeigen ein verlangsamtes Wachstum, in Abhängigkeit der Menge des SMN,
das
sie enthalten.
Interessanterweise
ist der Level des SMN-assoziierten Proteins Gemin2 in Abhängigkeit
mit der Menge des SMN reduziert, was den Schluß unterstützt,
daß SMN und Gemin2 einen stabilen Komplex in vivo bilden. Dieses
System liefert eine gute Grundlage, um die Funktion
von SMN in in vivo zu untersuchen und um mögliche
Therapien für SMA zu finden.
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